Montag, Mai 29, 2017
   
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Ortsteil Torfhaus


Kraxi
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Maskottchen Kranich Kraxi


Wie schon bei Wildenhain erwähnt, bin ich der Kranich Kraxi, und seit August 2004 das Maskottchen von Wildenhain. Neben mir steht „Wiwo“ das Wollgras. Erschaffen hat uns im Auftrag des „Heimatvereins Wildenhain“ e.V. Wilma Becker. Ich und mein Gehilfe „Wiwo“ sollen den Ort Wildenhain berühmt machen und den Gewerbetreibenden helfen, ihre Waren an den Mann zu bringen.

Auf dieser Seite möchten wir Euch etwas von unserem Ursprung, dem „Wildenhainer Bruch“ und dem Torfhaus erzählen. Seid daher sehr aufmerksam beim Lesen und wir wünschen viel Spaß!

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Wiwo das Wollgras

Das Torfhaus hat seine Gründung dem Torfabbau im heutigen „Wildenhainer Bruch“ zu verdanken. Es wurde als Kolonie Torfhaus am Nordwestrand des Bruches errichtet. Die ersten Gebäude waren für den Torfmeister und einige Auflader. In seiner jetzigen Form gleicht der Ort einem „Vierseithof“. Die innere Fläche diente damals als „Markt“ und wurde von vielen Händlern an Löhnungstagen zum Feilbieten ihrer Waren genutzt. Der letzte Torfmeister war wahrscheinlich Heinrich Marcus Benjamin Rathmann.

Aus einem Brief des Consistoriums Wittenberg vom 25. Mai 1808 an den König von Sachsen über die „Erlaubnis für die Einwohner der zur Parochie (Pfarrbezirk) Wildenhayn gehörigen Winkelmühle und Torfgräberey ihre Kinder in die Schule zu Battaune schicken zu dürfen“ (Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden) ist zu entnehmen, dass die Torfgräberei erst 15 Jahre bestand. Daraus lässt sich demnach schließen, dass mit der Torfgräberei im Torfhaus im Jahre 1793 begonnen wurde.

Aus einem Brief des Consistorium Wittenberg vom 25. Mai 1808 an den König von Sachsen über die "Erlaubnis für die Einwohner der zur Parochie (Pfarrbezirk) Wildenhayn gehörigen Winkelmühle und Torfgräberey ihre Kinder in die Schule zu Battaune schicken zu dürfen" (Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden) ist zu entnehmen, dass die Torfgräberei erst 15 Jahre bestand. Daraus lässt sich demnach schließen, dass mit der Torfgräberei im Torfhaus im Jahre 1793 begonnen wurde.

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Torfhaus
Erste Versuche den gewonnen Torf für die Schmelzung von Metall zu verwenden lässt sich aus der Akte „Die Wildenhayner Torfgräberei anno 1794“ (Sächsisches Hauptstaatsarchiv Dresden) nachlesen. Hierin wird beschrieben, wie der Torf gewonnen wurde, die erforderlichen Geräte, dessen Lagerung und Beschaffenheit und wie die Verkohlung des Torfes erfolgte.

Willy Jammermann und Volker Pohlenz berichteten in ihren Illustrierten Beiträgen zur Heimatgeschichte „Der Schwarzbach“ (1997) über den Beginn der Torfstecherei.

Durch den gestiegenen Holzkohlebedarf in Kursachsen wurde 1785 der Oberforstmeister von der Schulenburg durch die kursächsische Forstverwaltung Dresden mit der Austorfung des Wildenhainer Lagers beauftragt. Dessen Größe betrug 800 Morgen (200 ha) und hatte eine Mächtigkeit von 2,00 - 2,50 m.

1790 begann im Wildenhainer Forst der Einschlag der Holzbestände, die sich über dem Torflager erhoben. Begonnen wurde mit der Austorfung an den „Lößnitz-Wiesen“, die an der „Vier“ lagen. Arbeitskräfte kamen aus den nahe liegenden Dörfern (Wildenhain, Pressel, Wöllnau, Battaune, Doberschütz).

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Torfhaus im 19 Jhr.
Der Torf ließ sich als „Stichtorf“ und „Streichtorf“ verwenden, bevorzugt wurde der Streichtorf. Zur Herstellung war eine Form nötig, die für die Fertigung von 15- 20 Ziegeln berechnet war. Die Größe der Ziegel war 10 x 4 x 4 Zoll (1 Zoll = 2,5 cm).
Der Torf musste 10 bis 15 Jahre trocknen bevor er in Klaftern (3,34 m?3;) verkauft werden konnte. Ein Beleg („Torfanweiszettel“) aus dem Jahre 1866 weist den Verkauf nach. Allein die Torgauer Schloßkaserne bezog jährlich 700.00 Stück aus der königlichen Torfgräberei.

Hauptabnehmer des Torfes war die Saline Dürenberg und das Alaunwerk Düben.
1854 wurde der Betrieb im „Wildenhainer Bruch“ eingestellt und 1966 wurde er unter Naturschutz gestellt. Seit 1995 ist er Teil des Naturschutzgroßprojektes „Presseler Heidewald- und Moorgebiet“ (ca. 6.570 ha).
Nach der Torfgräberei wurden zwei Gebäude vom Forst genutzt, so auch das 1871 von der „Vier“ kommende Gebäude.

Mit der Auflösung der Forstgutsbezirke am 30.09.1929 durch das Preußische Staatsministerium ging die Kolonie Torfhaus offiziell und letztmalig an die Gemeinde Wildenhain.

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Gaststätte im Torfhaus
Im Ort gibt es auch eine Gaststätte, welche sich heute im Gebäude der Familie Heinze befindet. Ehemals war sie schräg gegenüber und wurde bis ca. 1940 von Frl. Laschke betrieben. Die Entstehung dieser Schänke hängt wahrscheinlich mit der Blütezeit der Torfgräberei zusammen.

Im Jahre 1855 lebten im Torfhaus 22 Einwohner. Heute leben hier lediglich 4 Familien.

Von 1969 bis 1989 wurde im Torfhaus in der „Kleinen Scheune“ (erbaut 1839) der begehrte Maschendrahtzaun hergestellt. Abnehmer waren die Forst, die LPG’n und Privatpersonen. Beliefert wurde die ganze DDR, und es fanden meist 4 Frauen Arbeit.

Zwei große Waldbrände erschütterten die friedliche Idylle. Am 20.04.1960 brannte ein Fläche von 62 ha und am 09.05.1976 brannten auf der gleichen Fläche 200 ha. Der letzte Waldbrand schädigte den Renaturierungsprozess im „Wildenhainer Bruch“ sehr, da er nahezu leergepumpt wurde.

1992 sollte für die Ausflugsgäste ein Kinderspielplatz im Ort errichtet werden, welcher aber von den damals verantwortlichen Naturschützern wegen Lärmbelästigung im „Wildenhainer Bruch“ abgelehnt wurde. So wurde stattdessen an der „Alten Gabel“ in Richtung Winkelmühle eine Schutzhütte errichtet.

Das erste Dorflicht erhielt das Torfhaus mit einigen kleinen Episoden im Jahre 1996.

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Schulhütte
Vertreter des Vereins „Dübener Heide“ e.V., des Fördervereins „Ländlicher Raum“ e.V., des „Heimatvereins Wildenhain“ e.V. und Bewohner des Torfhauses trafen sich erstmals am 14. Dezember 1999, um über die Zukunft des Torfhauses zu beraten. Seitdem laufen viele koordinierte Beratungen und Aktionen, um das Torfhaus touristisch attraktiv im Einklang mit dem Naturschutz zu machen. Mit eingebunden sind inzwischen der Zweckverband „Presseler Heidewald- und Moorgebiet“, das Staatliche Umweltfachamt Leipzig und der Naturpark Dübener Heide, sowie zahlreiche ehrenamtliche und organisierte Naturschützer.
Ein Besucherlenkungskonzept wurde  erarbeitet, um die Schönheit der Moore auch der Öffentlichkeit nahe zu bringen.

1999 wurde die „Alte Gabel“ als Pflasterstraße neu angelegt. Der Weg um den „Markt“ mit den drei Eichen wurde 2001 saniert. Gleichzeitig wurden eine Bushaltestelle und zahlreiche Parkplätze angelegt.
Im Jahr 2003 wurde die „Vier“ (Verbindungsstraße B 183 – Torfhaus) saniert.

Im Mai 2005 wurde durch den Heimatverein Wildenhain die Holzskulptur des Moorkoboldes auf dem „Markt“ feierlich eingeweiht. Geschaffen wurde diese Skulptur im Rahmen des alljährlich stattfindenden Motorsägenwettbewerb in Tornau durch den Doberschützer Künstler Frank Müller.

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Einweihung des Moorkoboldes
Kobolde (lt. Internet: „Die Naturgeister“) leben meist in ihren Elementen. Das Aussehen der Kobolde ist von Art zu Art unterschiedlich. Ihre Größe variiert zwischen einem Fuß (20 – 30 cm) und drei Fuß (90 – 110 cm).
Wie alle Naturgeister sind Kobolde zwar nicht unsterblich, aber ewig jung. Kobolde bestehen oft aus ihren Element oder Material, in den sie leben und gleichem ihm demnach auch äußerlich. Moorkobolde gehören zum Element Erde.
Die Eigenart der Kobolde ist es, mit Frohsinn und Mut das Leben zu meistern. Wenn es die Situation erfordert, zeigen sie auch durch Streiche oder Scherze, dass man die Sache nicht so ernst nehmen soll.
Ferner ist es also allen Kobolden möglich, unauffällig zu bleiben, so als seien sie nicht vorhanden. Dabei machen sie sich nicht unsichtbar, sie werden einfach übersehen.

Seien sie deshalb im Moor sehr aufmerksame Beobachter. Wenn sie sich Mühe geben, können sie vielleicht einen Moorkobold entdecken.

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Ansicht: Torfhaus
Auf Initiative des Zweckverbandes „Presseler Heidewald- und Moorgebiet“ wurde im „Wildenhainer Bruch“ der Beobachtungsstand an der Verbindungsstraße zwischen Torfhaus und Wildenhain für ca. 20 bis 25 Besucher erneuert und 2004 eingeweiht. Am gleichen Weg finden wir auch eine „Schulungshütte“ des Staatlichen Forstamtes.

An der Kreuzung der „Vier“ (Doberschütz – Torfhaus) und der Straße Battaune – Mockrehna finden wir das Grabmal eines unbekannten Soldaten (gest. 05.05.1945). Über dessen Tod werden verschiedene Geschichten erzählt. Nach der Pflege durch Else Veith und Rudi Richter wird es heute von Udo Nebel und Horst Merker gepflegt.

Unweit des Torfhauses finden wir den sogenannten Spechtbaum und die Fensterbuche. Leider sind im Jahre 2010 zahlreiche Buchen der Säge zum Opfer gefallen.

An der „Alten Gabel“ in Richtung Verbindungsstraße Falkenberg/Wöllnau erinnert eine Tafel an die Geschichte des Verlobungssteins und weist den Weg zum 230 m in südwestlicher Richtung befindlichen Standort. Dieser Stein mit dem Datum 09.05.1894 wurde vom Ehepaar Roeber (seit 1871 Besitzer des Gutes Winkelmühle) als Andenken an die Verlobung ihrer Tochter Ilse mit dem Forstassessor Axel Roth errichtet.

In gleicher Richtung in 400 m Entfernung findet man wahrscheinlich den kleinsten Waldfriedhof Europas. Er ist 21,85 Meter lang und 12,06 Meter breit, worauf ca. 15 Gräber zu finden sind. Hier liegt auch die Familie Roeber begraben.

Zahlreiche Tafeln an Wanderwegen um das Torfhaus und am Naturlehrpfad in Richtung Pressel machen auf die Schönheiten des Naturparkes Dübener Heide aufmerksam. Viele dieser Wegweiser sind mit Schnitzereien von Tieren der Umgebung verziert.

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Rasthütte Torfhaus
Wer nach diesem kurzen Abriss Lust hat, das Torfhaus und seine Umgebung kennenzulernen, soll sich sofort auf den Weg machen. Hier können Sie Ruhe und Entspannung auf ausgedehnten Spaziergängen finden und so Kraft für den Alltag tanken.

Erreichen können Sie den Ort aus Richtung Torgau auf der B 183 in Richtung Bad Düben. Sie biegen hier ca. 1 km nach der Kreuzung Roitzsch/Wildenhain links ab, aus Richtung Leipzig die B 2 in Richtung Bad Düben und dann die B 183 in Richtung Torgau. Gleich nach der Falkenberger Kreuzung hinter Pressel weist ein kleines Hinweisschild auf den 2 km entfernten Ort Torfhaus.

Machen Sie sich auf den Weg!

Bis dann!

Kraxi und Wiwo.

Wildenhain im März 2011
Text: Robert Schübel
Bilder: Robert Schübel, Günter Biebl, Gisela Petersohn

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